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edition monacensia
Freie Liebe und Anarchie
Schwabing - Monte Verità. Entwürfe gegen das etablierte Leben
Voswinckel, Ulrike
ISBN: 978-3-86906-027-9
Allitera
184 S., Paperback
€ 18.90
Leseprobe (PDF)
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Der Monte Verità in der Nähe von Ascona war Anfang des letzten Jahrhunderts Anziehungspunkt für die intellektuelle Boheme. Ulrike Voswinckel schildert drei spannende Jahrzehnte der Suche nach alternativen Kunst- und Lebensformen. Stadtflüchtige, Vegetarier, Theosophen, Anarchisten, Spinner und Alternative zog es als Erste auf den am Lago Maggiore gelegenen »Berg der Wahrheit«. Hier ließen sich die »Aussteiger« zu neuen Entwürfen gegen das etablierte Leben ihrer Zeit inspirieren. Man proklamierte das Prinzip der klassenlosen Gesellschaft und die Befreiung der Frau, pflegte die freie Liebe und lebte naturnah in Lufthütten oder im Wald, ausgestattet mit Sackleinen und Sandalen oder gar nackt. Kein Wunder, dass später auch die Schwabinger Boheme magnetisch von diesem Ort angezogen wurde. Erich Mühsam, Franziska zu Reventlow, Oskar Maria Graf, Otto Gross, Rudolf Laban, Mary Wigman, Marianne von Werefkin, Leonhard Frank, Else Lasker-Schüler, später auch Rainer Maria Rilke und zahllose andere Künstler trugen dazu bei, Ascona zum »Schwabing von Schwabing« zu machen.
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Rezensionen
Wilde Schwarmgeister
Lebensreform am Monte Verità: Eine Münchner Schau erinnert an die alternative Szene im Tessin und in Schwabing um 1900
(...) »Berg der Wahrheit« - das ist schlicht ein Hügel bei Ascona, dessen weihevoller Name auf die lebensreformerischen Freigeister und Siedler von 1911 zurückgeht. Innerhalb kurzer Zeit avancierte der Tessiner Monte Verità zum Refugium für Vegetarier und Naturapostel, Licht- und Lufthütten-Verfechter, Anarchisten, Textil- und Alkoholabstinenzler. Hier erprobte Rudolf von Laban mit seinem Münchner Tanzschülern neue Lebens- und Kunstkonzepte, entdeckte Mary Wigman inmitten der Natur »das himmelstürzende Jauchzen im tänzerischen Sprung«, tummelten sich Eurythmie-Anhänger,Theosophen, Okkultisten, Spiritisten, Sexualreformer, Künstler und Lebenskünstler. (...)
Annette Lettau, Focus Bayern 2.7.2009
Als der Berg der Wahrheit rief
»Freie Liebe und Anarchie« - eine Ausstellung zum Monte Verità in der Monacensia
Es ist das Wesen der Utopie, dass sie an der Wirklichkeit zerschellt. Mehr oder weniger erging es auch den Ideen all jener so, die sich sei der Jahrhundertwende auf dem Monte Verità, dem Berg der Wahrheit, im Tessin einfanden, um die jeweilige Alternative zu ihren bisherigen bürgerlichen Existenzen vorzuleben und zu verbreiten. (...) Die Monacensia rekurriert in ihrer fabelhaft anschaulichen, übersichtlich untergliederten Ausstellung auf Szeemann und die Chronisten von vor 30 Jahren. Ulrike Voswinckel hat 1978 einen Film über die Tessiner Schau gedreht, der gekürzt in der von ihr zusammengestllten Münchener Ausstellung zu sehen ist. Fundament derselben ist zum einen die Tatsache, dass München der Treffpunkt der Monte-Verità-Gründer war und zum anderen, dass die Monacensia bis auf wenige Ausnahmen aus dem eigenen reichen Bestand schöpfen konnte. (...)
Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung 3.7.2009
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