Rezension
Meerbusen
Wer bei einem Gedichtband des Titels »biotope« Ökolyrik erwartet, der irrt. Zwar verfasst Hartwig Mauritz Landschaftsgedichte, die überwiegend der schleswig-holsteinischen Küstenregion gelten, doch als Plädoyer für Naturbewahrung lassen sie sich kaum lesen. Biotope im Sinne dieser Gedichte sind keine Artenschutzgebiete, sondern schlicht Lebensräume, Orte, an denen der Autor gelebt hat und lebt. Dabei begegnet uns das für eine meerumschlungene Landschaft bezeichnende Vokabular: Wellen und Sand, Möwen und Molen, Seetang und Strandhafer, Boote und Reusen. (...) Doch entscheidend für die Eigenart dieser Gedichte ist nicht das Was, sondern das Wie der Berichterstattung: Nach dem Muster expressionistischer Bildlichkeit schiebt Mauritz mehrere Sinnebenen ineinander und macht auf diese Weise Gegenstände und Sinneseindrücke zu Akteuren. (...)
WSg, Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.5.2008
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